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Panzertaktik – Angriff (update)

Panzertaktik Angriff Update

Hier hatten wir bereits den Angriff aus Sicht des Panzerverbandes beschrieben. Zeit für ein update.

Panzertaktik · Aktualisierte Analyse · Mai 2025

Von der Aufklärung durch Spähpanzer zum gläsernen Schlachtfeld: Wie Drohnen, kommerzielle Satelliten und Elektronische Kriegführung die Grundlagen des Panzerangriffs verändert haben.

Vor dem Angriff: Aufklärung im gläsernen Schlachtfeld

Originaler Abschnitt – aktualisiert

Bevor ein Angriff stattfindet, muss man wissen, wo sich der Feind aufhält. Die klassischen Mittel – Satelliten- und Luftaufklärung, Spähpanzer- und Spähtruppeinsatz – gelten nach wie vor. Doch die Ukraine hat eine qualitative Schwelle überschritten: Das Schlachtfeld ist durchsichtig geworden.

Verräterische Anzeichen des Gegners hinter Hügeln und in der Nähe von Kreuzungen oder Brücken bleiben relevant. Doch was früher Stunden an Spähpanzerarbeit erforderte, liefert heute eine handelsübliche Drohne innerhalb von Minuten.

Ukraine-Lektion · Aufklärung

Das gläserne Schlachtfeld: Kommerzielle Satelliten (Maxar, Planet Labs), Starlink-verbundene Drohnennetze und omnipräsente FPV-Drohnen haben die traditionelle Unsichtbarkeit aufgehoben. Ein stillstehender Panzer an einer Wegkreuzung ist innerhalb von Minuten geortet, innerhalb von Stunden bekämpft. Die Aufklärungslatenz – die Zeit zwischen Entdeckung und Bekämpfung – ist von Stunden auf Minuten gesunken.

Konsequenz: Stillstand ist Selbstmord. Die alte Regel „das Feuer stehender Panzer ist am wirksamsten” kollidiert direkt mit der neuen Realität: Wer steht, wird gesehen – und wer gesehen wird, wird getroffen.

Zur Erkundung werden heute parallel eingesetzt:

  • Taktische ISR-Drohnen (Mavic-Klasse, Autel) – Reichweite 5–10 km, Echtzeit-Videoübertragung; auf beiden Seiten der Front ukraineweit im Einsatz
  • Loitering Munitions (Lancet-3, Shahed-136) – kombinieren Aufklärung und Bekämpfung in einem System
  • Satellitenbilder kommerzieller Anbieter – täglich aktualisiert, für beide Seiten käuflich zugänglich
  • Signalaufklärung (SIGINT) – Mobilfunk, Funkverkehr, GPS-Spoofing-Felder werden zur Lagefeststellung genutzt
  • Klassische Spähpanzer und Schützenpanzer (Bradley, Marder, BMP-3) – weiterhin relevant, aber nur unter gleichzeitigem Drohnenschutz
Taktische Konsequenz Gefechtsfeldaufklärung mit IFV bis 2 km vor die eigenen Linien funktioniert nach wie vor – jedoch nur bei gleichzeitigem aktivem Drohnen-Jamming und unter Nutzung von Rauchschleiern. Ohne elektronische Abschirmung ist jedes aufklärende Fahrzeug selbst sofort sichtbar.

Planung

Originaler Abschnitt – ergänzt

Die Koordinierung mit unterstützenden Truppengattungen bleibt zentrales Element jeder Angriffsplanung. Die klassischen Planungspunkte gelten unverändert:

  • a) Feindlage, insbesondere bzgl. der Panzerabwehrwaffen des Gegners
  • b) Kurze Beschreibung des Geländes – eigenes und gegnerisches
  • c) Auftrag des Truppenteils: eigene vorderste Linie, Lage, Gliederung für den Angriff der Infanterie und Artillerie
  • d) Wo und wann ist Unterstützung durch andere Truppengattungen geplant – während der Annäherung, des Durchbruchs, danach, an Flanken oder im Angriffsstreifen?
Neue Planungspunkte · Ukraine-Standard 2024
  • e) Drohnen-Freigabezonen: Eigene FPV- und ISR-Drohnen müssen mit vorgesetzten Stellen koordiniert werden, um Friendly-Fire-Abschüsse zu vermeiden.
  • f) EW-Unterstützung: Elektronische Kampfmittel (Jamming-Systeme wie Bukovel-AD, REB Pale, Anklav-N) sind vor dem Angriff zu koordinieren – sie schützen das eigene Gerät, blenden aber auch eigene Drohnen.
  • g) Thermalsignatur-Management: Wärmequellen (Motoren, Abgase) müssen bei der Planung von Bereitstellungsräumen berücksichtigt werden – Wärmebildkameras auf Drohnen machen klassische visuelle Tarnung unzureichend.
  • h) Drohnen-Escort-Element: Jede angreifende Panzergruppe benötigt dedizierte FPV-Operator als organischen Bestandteil, nicht als nachgeordnete Unterstützung.

Der Panzerangriff unter Drohnenbedrohung

Originaler Abschnitt – grundlegend aktualisiert

Der Grundsatz gilt: Der Kampf von Panzer gegen Panzer ist durch Feuer und Bewegung zu führen. Zweck der Bewegung ist es, feindliche Panzer überraschend aus unerwarteter Richtung zu fassen. Doch die Ukraine-Erfahrung zeigt: Überraschung als taktischer Vorteil ist fundamental schwieriger geworden.

Das gläserne Schlachtfeld macht den klassischen Überraschungsangriff nicht unmöglich – aber er muss schneller, koordinierter und unter aktiver Unterdrückung des gegnerischen Aufklärungssystems durchgeführt werden als je zuvor. Synthese aus ukrainischen Gefechtserfahrungen 2023–2024

Das Geschwindigkeits-Tarnung-Dilemma

Der klassische Grundsatz „das Feuer stehender Panzer ist am wirksamsten” (mit dem einschränkenden Zusatz bezüglich hochentwickelter Elektronik) muss heute um eine weitere Einschränkung ergänzt werden: Stehende Panzer sind optimale Ziele für Drohnen.

Die Ukraine-Kämpfe zeigen ein wiederkehrendes Muster: Panzer, die zur Schussabgabe halten, werden binnen Minuten von FPV-Drohnen oder Lancet-Loitering-Munition angegriffen – sofern sie zuvor von ISR-Drohnen lokalisiert wurden. Die Lösung liegt nicht im Verzicht auf das Halten zum Schuss, sondern in der zeitlichen Kompression: kurze Halte, sofortige Positionswechsel.

Neue Grundsätze · Drohnenzeitalter
  • Bewegung als Schutz: Kontinuierliche, unvorhersehbare Bewegung reduziert die Treffwahrscheinlichkeit für Drohnen erheblich – ein fahrendes Ziel ist für FPV-Drohnen signifikant schwerer zu treffen als ein stehendes.
  • Drohnen-Suppression vor dem Angriff: EW-Systeme müssen feindliche Drohnenkommunikation im Angriffsraum unterdrücken, bevor Panzer die Ausgangsstellung verlassen.
  • Dachpanzerschutz: Top-Attack-Munition (Javelin, NLAW, Lancet) greift die dünn gepanzerte Oberseite des Panzers an. ERA auf dem Turmdach und Käfigpanzerung sind Reaktionen – aber keine vollständige Lösung.
  • Dezentralisierung: Große, konzentrierte Panzerverbände sind optimale Ziele für Artillerie und Drohnen. Die Ukraine hat eine Rückkehr zu Kleingruppen von 2–4 Fahrzeugen erzwungen.
  • Rauch als Taktik: Thermische Nebelgranaten unterbrechen sowohl visuelle als auch Wärmebildaufklärung. Rauchgeneratoren sind zu einem primären Schutzwerkzeug geworden.

Flankenangriff und Umgehung – weiterhin der goldene Standard

Angriffe gegen Flanken oder in den Rücken des Feindes bleiben am wirksamsten. Daran hat sich nichts geändert. Was sich geändert hat: Der Flankenangriff muss unter kontinuierlicher eigener ISR-Überwachung vorbereitet werden, da der Gegner denselben Weg nutzt. Ein Hinterhalt in einem vermeintlich gesicherten Umgehungskorridor, der durch feindliche Drohnen rechtzeitig erkannt wurde, war 2023 ein wiederkehrendes ukrainisches Muster gegen russische Angriffe bei Awdijiwka und Bachmut.

Schusswechsel-Distanzen bleiben: WW2-Generation 1.000–1.500 m, moderne Panzer typisch über 2.500 m. Die effektivste Zone (1.000–2.500 m) gilt weiterhin – jedoch mit dem Zusatz, dass auf diesen Distanzen auch Lancet-Drohnen und schwere FPV-Drohnen präzise eingesetzt werden können.

Der Panzerangriff im historischen Überblick

Der folgende Abriss erweitert den im Originalartikel angedeuteten historischen Rahmen zu einer vollständigen Entwicklungslinie – vom Geburtstag des Panzers bis zum gläsernen Schlachtfeld der Ukraine.

1916–1918
WWI
Geburt des Panzers – das Mittel gegen den Stellungskrieg
Der britische Mark I debütiert am 15. September 1916 an der Somme. Das Konzept ist defensiv-durchbruchsorientiert: Stacheldraht und MG-Nester überwältigen, Infanterie nachführen. Taktik noch primitiv – Panzer fahren einzeln, keine Kommunikation, keine Koordination. Der Franzose Jean-Baptiste Estienne und der Brite J.F.C. Fuller erkennen das Potenzial. Fullers „Plan 1919″ skizziert erstmals Tiefenpenetration durch Panzermassen – er kommt zu spät, prägt aber die nächste Generation.
1939–1942
WWII Blitzkrieg
Blitzkrieg – Bewegung, Überraschung, Tiefenpenetration
Guderian, Rommel und Manstein setzen Fullers Ideen um. Panzerkräfte operieren selbstständig, umgehen Widerstand, penetrieren in die operative Tiefe. Frankreich 1940: 6 Wochen. Die Schlüsselprinzipien – Schwerpunktbildung, Überraschung aus unerwarteter Richtung, Nachsetzen ohne Pause – werden Doktrin. Funkkommunikation innerhalb von Panzerverbänden ist der technologische Enabler: erstmals können Verbände in Echtzeit koordiniert werden.
1943
Kursk
Kursk – das Ende der reinen Angriffspanzerschlacht
Operation Zitadelle scheitert an tief gestaffelter sowjetischer Verteidigung, massierter Panzerabwehr und überlegenem sowjetischem Aufklärungs-/Geheimdienstapparat (ULTRA-Decrypts). Kursk markiert den Übergang: Der reine Panzerangriff weicht dem Combined Arms – enger Zusammenwirken von Panzer, Panzergrenadier, Artillerie und Pionieren. Wer dieses Prinzip beherrscht, siegt; wer Panzer allein vorschickt, verliert sie an Pak-Fronten und Infanterie-Panzerfäusten.
1967
Sechstagekrieg
Israel – Blitzkrieg-Revival unter modernen Bedingungen
Die IDF adaptiert Blitzkrieg-Prinzipien für den Nahen Osten: Luftüberlegenheit als Voraussetzung, dann schnelle Panzerpenetration. Feindliche Stellungen werden umgangen, von hinten angegriffen. Mechanisierte Infanterie mit Artillerie bindet Widerstandsnester. Der Erfolg bestätigt: Beweglichkeit + Überraschung + überlegene Führung schlagen numerische Überlegenheit.
1973
Jom-Kippur-Krieg
Der ATGM-Schock – Panzertod durch gelenkte Waffen
Ägyptische und syrische Streitkräfte setzen massenhaft Sagger-ATGMs (9M14 Maljutka) ein. Israelische Panzer erleiden am 6. Oktober 1973 in wenigen Stunden katastrophale Verluste. Die Doktrin „Panzer allein reichen” ist widerlegt – ein Paradigmenwechsel. Die Konsequenz: Panzer brauchen stets Infanterieescorte, die feindliche ATGM-Teams neutralisiert. Der Jom-Kippur-Krieg ist die erste Vorahnung des Ukraine-Szenarios: einfache, präzise Waffen töten teure Panzer in großer Zahl.
1991
Golfkrieg
AirLand Battle – Informationsüberlegenheit als Waffe
100 Stunden Bodenoffensive. Die US-geführte Koalition kombiniert absolute Luftüberlegenheit, GPS-Navigation, Night-Vision-Überlegenheit und Doctrine der tiefen Synchronisation. M1A1 Abrams schießt T-72 auf Distanzen, auf denen der Gegner nicht zurückschießen kann. Die Lektion: Informationsüberlegenheit entscheidet. Wer zuerst sieht, schießt zuerst – und trifft. Die Sowjetdoktrin der Wellen-Angriffe kollabiert gegen ein überlegenes Gefechtsführungssystem.
2003
Irak
Network-Centric Warfare – die digitalisierte Offensive
Digitale Führungssysteme (FBCB2) vernetzen Panzer, Infanterie und Luftstreitkräfte in Echtzeit. Baghdader Vorstoß in 21 Tagen. Doch das nächste Jahrzehnt zeigt die Grenzen: Netzwerkzentrierte Kriegführung versagt im Aufstand (COIN), in städtischen Räumen und gegen asymmetrische Gegner mit IEDs. Der Panzer überlebt als Plattform, wird aber taktisch durch COIN-Anforderungen deformiert.
2014–2015
Donbass I
Hybridkrieg – erste Drohnen, erste EW-Dominanz
Russische Streitkräfte und Stellvertretertruppen nutzen im Donbass erstmals systematisch unbemannte Systeme zur Aufklärung und Artilleriekorrektur. Orlan-10-Drohnen koordinieren präzise Artilleriefeuer in Echtzeit. Der Kessel von Ilowaisk (August 2014) zeigt: Russisches EW und Drohnengestützte Artillerie übertreffen ukrainische Reaktionsfähigkeit. Erste Vorzeichen des kommenden Wandels.
2022–2025
Ukraine Vollmaßstabskrieg
Das gläserne Schlachtfeld – die Drohnenrevolution
Der qualitative Bruch mit allen vorangegangenen Konflikten. Beide Seiten verfügen über flächendeckende, kostengünstige ISR durch handelsübliche Multikopter. FPV-Drohnen (First-Person View) als Einwegmunition kosten 300–500 USD und können Panzer im Wert von Millionen zerstören. Lancet-3-Loitering-Munition jagt gezielt Artillerie, Radaranlagen und gepanzerte Fahrzeuge. Das Resultat: Ein statischer Panzer hat eine Überlebensdauer von Stunden, nicht Tagen. Der Krieg hat sich stellenweise zu einem technologisierten Stellungskrieg entwickelt – Gräben, Minenfelder und Drohnenschwärme erinnern strukturell an den Ersten Weltkrieg, jedoch mit Präzisionsmunition des 21. Jahrhunderts.

Die Ukraine-Lektion im Detail: Anatomie des modernen Angriffs

FPV-Drohnen als Massenwaffe

First-Person-View-Drohnen haben die Panzerabwehr demokratisiert. Ein ausgebildeter FPV-Operator mit Material im Wert von unter 1.000 Euro kann einen Panzer im Wert von mehreren Millionen abschießen. Die ukrainische Seite produzierte 2024 nach eigenen Angaben rund eine Million FPV-Drohnen – russische Produktionszahlen sind ähnlich. Konsequenz für den Angriff: Jede gepanzerte Kolonne muss damit rechnen, von FPV-Drohnen angegriffen zu werden, die aus Distanzen von 5–10 km gesteuert werden, weit außerhalb des direkten Sichtfelds.

Loitering Munitions: der autonome Jäger

Die russische Lancet-3-Drohne hat sich als effektivstes Einzelsystem gegen ukrainische Artillerie und gepanzerte Fahrzeuge erwiesen. Sie kreist über dem Zielgebiet, wartet auf ein geeignetes Ziel und schlägt mit kinetischem Gefechtskopf zu. Ukrainische Panzer außerhalb von Deckung haben eine sehr geringe Überlebensdauer in Gebieten mit aktiver Lancet-Bedrohung. Westliche Äquivalente (Switchblade, HERO-120) stehen der Ukraine zur Verfügung. Loitering Munitions zwingen zu einer neuen Taktik: Panzer müssen immer in der Nähe von Deckung operieren und sich nie länger als nötig exponieren.

Elektronische Kampfführung (EW) als Schutzschild

Russische EW-Systeme (Krasukha-4, Murmansk-BN, Pole-21) stören GPS-Signale großräumig und unterbrechen Drohnenkommunikation. Ukrainische EW-Kapazitäten wurden erheblich ausgebaut. Das Resultat ist ein komplexes, dynamisches EW-Umfeld, in dem Drohnen-Reichweite, Funkverbindungen und GPS-Genauigkeit ständig variieren. Angreifer müssen EW-Unterstützung als feste taktische Ressource einplanen – nicht als Option.

Das Minenfeld als Angriffs-Stopper

Russische Minenfelder an der ukrainischen Front 2023 gehören zu den dichtesten, die seit dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert wurden. Die ukrainische Gegenoffensive 2023 scheiterte zum Teil an der Unfähigkeit, Minenfelder unter Drohnenbeobachtung zu brechen: Minenräumfahrzeuge wurden sofort durch Drohnen lokalisiert und durch Artillerie bekämpft. Das klassische Pionier-Durchbruch-Verfahren (Gasse räumen, Panzer nachführen) funktioniert nur, wenn die Minenräumung außerhalb der Drohnen-ISR-Reichweite des Gegners durchgeführt werden kann – was heute praktisch unmöglich ist.

Kleine Gruppen, dezentrale Initiative

Die Unfähigkeit, große Panzerverbände konzentriert vorwärtszubewegen, hat zu einer Rückkehr zur Kleingruppen-Taktik geführt. Ukrainische und russische Infanterie operiert in Gruppen von 3–8 Mann mit organischen Drohnenoperatoren. Gepanzerte Fahrzeuge bewegen sich in Zweier- bis Dreiergruppen, nicht in Kompanie-Formationen. Diese Dezentralisierung erhöht die Überlebensfähigkeit, erschwert aber die Koordination für größere Geländegewinne.

Schlussfolgerungen: Was bleibt vom klassischen Panzerangriff?

Der Panzer ist nicht tot – aber er operiert in einem fundamental veränderten Umfeld. Die klassischen Prinzipien des Angriffs behalten ihre Gültigkeit, müssen jedoch für das Drohnenzeitalter neu kalibriert werden:

01
Feuer & Bewegung
Gilt weiterhin – aber Haltephasen müssen auf Sekunden bis Minuten verkürzt werden. Nach dem Schuss: sofortiger Positionswechsel.
02
Flanke & Rücken
Unvermindert wirksam. Flankenoperationen müssen jedoch unter ISR-Begleitschutz vorbereitet werden – der Weg zum Flankenangriff ist selbst sichtbar.
03
Combined Arms
Wichtiger als je zuvor – jetzt erweitert um Drohnenoperatoren, EW-Einheiten und Pioniere als organische Kampfbestandteile.
04
Überraschung
Schwieriger zu erreichen, aber nicht unmöglich. Setzt aktive EW-Unterdrückung feindlicher Drohnen und Nacht-/Schlechtwetter-Operationen voraus.
05
Geschwindigkeit
Entscheidender denn je. Ein schneller, unerwarteter Stoß lässt dem Gegner keine Zeit, Drohnenoperatoren zu reaktivieren und Artillerie zu koordinieren.
06
Aufklärung
Radikal demokratisiert. Jede Einheit auf jeder Ebene führt eigene ISR durch. Drohnenoperator ist die neue kritische MOS.
Der Krieg in der Ukraine hat nicht die Grundprinzipien der Panzertaktik widerlegt – er hat die Anforderungen an ihre Umsetzung dramatisch erhöht. Wer sie meistert, gewinnt. Wer sie ignoriert, stirbt auf einem Minenfeld, beobachtet von einer 500-Euro-Drohne.

Besuch im Museum

Bericht und Tipps für den Besuch im Museul

Ich habe am 04.04.26 das Muzeul Militar Național „Regele Ferdinand I” – zu Deutsch: Nationales Militärmuseum „König Ferdinand I.” besucht. Es ist das bedeutendste Militärmuseum Rumäniens. Es befindet sich im Herzen von Bukarest an der Adresse Strada Mircea Vulcănescu 125–127, im 1. Bezirk der Hauptstadt.

Gründung18. Dezember 1923 durch König Ferdinand I.
AdresseStrada Mircea Vulcănescu 125–127, Sektor 1, Bukarest
ÖffnungszeitenMittwoch–Sonntag 10:00–18:00 Uhr (saisonal variabel)
EintrittErwachsene ca. 10 RON, ermäßigt ca. 5 RON
SammlungÜber 1.300.000 Exponate (Uniformen, Waffen, Fahrzeuge, Kunst)

Das Museum wurde unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg gegründet, um das militärische Erbe Rumäniens zu bewahren und der Nachwelt zu überliefern. Namenspatron ist König Ferdinand I. (1865–1927), der Rumänien durch den Ersten Weltkrieg führte und das Land zur Großmacht erhob. Das Museumsgebäude, ein repräsentativer Bau im Stil des Historismus, diente ursprünglich als Infanteriekaserne. Heute beherbergt es auf mehreren Etagen eine umfangreiche Sammlung vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Die Sammlung gliedert sich in mehrere thematische Bereiche: Fahrzeuge und Panzer, Artillerie, Uniformen und Ausrüstung, Waffen und Kleinfeuerwaffen, Flaggen und Standarten, Orden und Medaillen sowie Kunstwerke mit militärischen Motiven.

Besonders beeindruckend ist die Bandbreite der Panzersammlung: vom Ersten Weltkrieg (Renault FT-17, 1917) über den Zweiten Weltkrieg (Panzer IV, T-34) bis hin zu Kalter-Krieg-Modellen (T-55, BMP-1). Die rumänischen Streitkräfte nutzten zu verschiedenen Epochen Fahrzeuge aus Frankreich, Deutschland, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei, was die Sammlung außerordentlich vielseitig macht.

Aktuell (04.2026) befinden sich Teile des Außenbereichs wegen Umbauarbeiten am Dach einer Halle in Renovierung. Leider war so das Außengelände komplett für die Öffentlichkeit gesperrt. Ein Hinweis gab es im Internet darauf nicht. Besser ihr ruft vorher an und fragt. Nachfolgend die Exponate die wir entdeckt haben.


Skoda R-2 (LT vz. 35)

Der Skoda R-2 ist die rumänische Bezeichnung für den tschechoslowakischen Leichtpanzer LT vz. 35 (in Deutschland als Panzerkampfwagen 35(t) bekannt). Rumänien erwarb 1936 eine Lizenz und 35 Serienfahrzeuge sowie zwischen 1938 und 1940 weitere Fahrzeuge. Insgesamt verfügte die rumänische Armee über rund 126 R-2-Panzer, die im Zweiten Weltkrieg, vor allem bei der Ostfront, eingesetzt wurden.

Charakteristisch für den LT vz. 35 sind die genietete Panzerung, das pneumatische Brems- und Lenksystem, das Halbautomatikgetriebe sowie vier paarweise angeordnete Laufräder an Blattfederaufhängung. Der R-2 war mit einer 37-mm-Kanone vz. 34 und zwei 7,92-mm-Maschinengewehren bewaffnet. Trotz seiner anfänglich modernen Konstruktion zeigte sich im Russlandfeldzug 1941–42, dass er den sowjetischen T-34 und KW-1 unterlegen war.

Skoda R-2 (LT vz. 35), Seitenansicht

Renault FT-17

Der Renault FT-17 ist ein französischer Leichtpanzer aus dem Ersten Weltkrieg, der ab 1917 produziert wurde. Er gilt als Vater aller modernen Panzer: Als erstes Fahrzeug dieser Art verfügte er über einen vollständig drehbaren Turm auf einem separierten Rumpf sowie die noch heute übliche Anordnung mit Motor hinten, Fahrer vorne und Turm in der Mitte. Über 3.000 Exemplare wurden gebaut; sie dienten in zahlreichen Armeen bis weit in den Zweiten Weltkrieg hinein.

Rumänien erhielt FT-17-Panzer nach dem Ersten Weltkrieg und setzte sie bis in die 1930er-Jahre als Hauptkampfpanzer ein. Das Museumsexemplar ist in hellblauer Farbe gestrichen und trägt noch das originale Fabrikschild der Firma „Louis Renault, Billancourt-Seine” – ein seltenes, gut erhaltenes Dokument der Industriegeschichte. Der Tank wiegt nur 6,5 Tonnen und war mit einer 37-mm-Puteaux SA-Kanone oder einem 8-mm-Hotchkiss-MG bewaffnet (hier fehlend)

Panzer IV Ausf. J

Der Panzer IV war der meistgebaute deutsche Panzer des Zweiten Weltkriegs und diente von 1939 bis 1945. Er war für die Wehrmacht und mehrere Verbündete, darunter Rumänien, das Rückgrat der Panzertruppe. Rumänien erhielt zwischen 1943 und 1944 insgesamt 142 Panzer IV, vorwiegend der Ausführungen H und J, die mit der langen 75-mm-Kanone KwK 40 L/48 ausgestattet waren.

Der im Museum ausgestellte Panzer IV Ausf. J zeigt die typischen Merkmale der späten Ausführungen: den rechteckigen Rumpf, den oktogonalen Turm, die charakteristischen Schürzen und die seitlichen Abgasrohre. Das Fahrzeug befindet sich in einem stark verwitterten Erhaltungszustand – viele Anbauteile fehlen oder sind beschädigt –, was die schwere Nutzungsgeschichte dieser Fahrzeuge widerspiegelt.

Panzer IV-J, Frontansicht im Freigelände

T-34/85

Der T-34 gilt als einer der einflussreichsten Panzer der Geschichte. Die Variante T-34/85 wurde ab 1944 gebaut und war mit einer 85-mm-Kanone S-53 bestückt, die den früheren 76-mm-Kanonen deutlich überlegen war. Rumänien setzte den T-34/85 ab 1944 ein – zunächst innerhalb der sowjetischen Streitkräfte, nach Kriegsende auch in der rumänischen Volksarmee.

Der ausgestellte T-34/85 trägt das rumänische Kennzeichen „Н601″ sowie die rumänische Kokarde (Trikolore-Roundel in Blau-Gelb-Rot) auf der Turmseite. Dies deutet auf einen Einsatz in der frühen Nachkriegszeit der rumänischen Armee hin. Charakteristisch für den T-34/85 ist der vergrößerte, sechseckige Turm, der für die längere 85-mm-Kanone und eine dreiköpfige Turmbesatzung ausgelegt war.

SU-76M – Sowjetische Selbstfahrlafette

Die SU-76M (Самоходная установка 76 мм, Selbstfahrlafette 76 mm) ist eine leichte sowjetische Selbstfahrgeschütze (SPG) des Zweiten Weltkriegs. Sie basiert auf dem Chassis des leichten T-70-Panzers und ist mit einer 76-mm-ZiS-3-Kanone in einem oben offenen Kasemattenaufbau bewaffnet. Die SU-76M wurde ab 1943 in großer Stückzahl (etwa 14.300 Exemplare) gebaut und war das am häufigsten eingesetzte sowjetische Selbstfahrgeschütz.

Das Fahrzeug diente primär zur Infanterieunterstützung und Bekämpfung leicht gepanzerter Ziele. Rumänien erhielt SU-76M nach dem Kriegswechsel 1944 aus sowjetischen Beständen. Die Besatzung bestand aus vier Mann. Trotz der offenen Lafette war das Fahrzeug vielseitig und robust; es wurde nach Kriegsende noch in mehreren Armeen eingesetzt.

SU-76M, Selbstfahrlafette, Dreiviertelansicht

T-55

Der T-55 ist ein mittlerer Kampfpanzer sowjetischer Bauart, der ab 1958 produziert wurde und in der gesamten Warschauer-Pakt-Ära das Rückgrat zahlreicher Armeen bildete. Rumänien erhielt den T-55 ab dem frühen Jahr 1963 und setzte ihn bis in die 1990er-Jahre als Hauptkampfpanzer ein. Der Panzer ist mit einer 100-mm-Kanone D-10T2S bewaffnet und verfügt über ein konisches Turmprofil sowie einen kompakten Rumpf.

Hauptmerkmale: Besatzung 4 Mann, Gewicht 36 t, Panzerung bis 203 mm (Turm), Höchstgeschwindigkeit 50 km/h, Reichweite 500 km. Der T-55 gilt als zuverlässiges, einfach zu wartendes Fahrzeug, das weltweit in über 50 Armeen diente.

BMP-1

Der BMP-1 (Боевая машина пехоты, Kampffahrzeug der Infanterie) ist ein sowjetisches gepanzertes Infanterie-Kampffahrzeug, das ab 1966 produziert wurde. Er gilt als erstes Fahrzeug seiner Klasse weltweit und revolutionierte das Konzept des motorisierten Infanterieeinsatzes. Der BMP-1 ist mit einer 73-mm-Kanone 2A28 „Grom” und einem ATGM-Werfer für Panzerabwehrraketen (9M14 Maljutka) bewaffnet.

Rumänien beschaffte den BMP-1 in großen Stückzahlen für die rumänische Volksarmee im Rahmen des Warschauer Pakts. Das ausgestellte Fahrzeug trägt die rumänische Kokarde sowie das Kennzeichen „5GZ35″. Der BMP-1 fasst neben der dreiköpfigen Besatzung acht Infanteristen und ermöglicht deren Kampf auch von innerhalb des Fahrzeugs durch Schießscharten.

BMP-1 Schützenpanzer mit rum. Kennzeichen 5GZ35

Der Panzer ist tot – lang lebe der Panzer

Die Kernthese vorweg: Der Panzer ist nicht tot, aber die Art, wie mechanisierte Verbände kämpfen müssen, hat sich fundamental verändert. Das Schlachtfeld der Ukraine ist das transparenteste in der Militärgeschichte — und Transparenz tötet Manöver.


1. Das transparente Schlachtfeld vernichtet klassische Panzeroperationen

Die RUSI-Studien (Watling/Reynolds, 2023 und 2025) dokumentieren, dass jede sichtbare Bewegung auf dem Gefechtsfeld innerhalb von Minuten durch Drohnen erfasst und durch Artillerie, FPV-Drohnen oder Loitering Munitions bekämpft wird. Die Kombination aus dauerhafter feindlicher Beobachtung und Langstrecken-Präzisionswirkung führte dazu, dass Bodenverbindungslinien vorhersehbar und bekämpfbar wurden, sobald Truppen zu Offensivoperationen antraten — was das Tempo zum Erliegen brachte. RUSI Der Cornell-Professor David Silbey verglich das direkt mit dem Ersten Weltkrieg: Damals bestrafte jede sichtbare Bewegung ein Hagel aus MG- und Artilleriefeuer, heute sind es Drohnen — das Ergebnis sei dasselbe. Newsweek

Das bedeutet konkret: Eine Panzerkompanie, die im offenen Gelände vorrückt, wird innerhalb von 5–15 Minuten durch FPV-Drohnen, Lancet-Loitering-Munitions oder Artillerie erfasst. Aktuelle Analysen der Schlachtfeldverluste zeigen, dass Loitering-Drohnen mittlerweile 34% der Fahrzeugverluste verursachen, gefolgt von Panzerabwehrlenkwaffen (26%), Minen (20%) und klassischer Artillerie (12%). Army Recognition

2. Minen als strategische Waffe — die Rückkehr des Minenkriegs

Die russischen Verteidigungslinien 2023 (Surovikin-Linie) demonstrierten, dass Minenfelder in Kombination mit Überwachungsdrohnen und Artillerie mechanisierte Durchbrüche nahezu unmöglich machen. Die RUSI-Analyse der gescheiterten ukrainischen Offensive 2023 stellte fest, dass spezialisierte Pioniermittel (wie Minenräumfahrzeuge) durch Präzisionswirkung selbst auf taktischer Ebene extrem verwundbar wurden. Ohne diese Mittel gibt es keine Mobilität und damit keinen Raum für Manöver. RUSI Bei Robotyne berichteten ukrainische Einheiten von bis zu drei Minen pro Quadratmeter — eine Dichte, die selbst mit Minenräumwalzen nicht schnell genug zu überwinden war.

NATO-Lehre: Die Abhängigkeit von kleinen Flotten spezialisierter Pioniermittel ist nicht mehr tragfähig, wenn der Gegner spezifische Ziele innerhalb einer Formation identifizieren und in der gesamten Tiefe einer Operation bekämpfen kann. NATO muss die Dichte von Pioniermitteln massiv erhöhen oder Pionierfähigkeiten organisch in jede Plattform integrieren.

3. Kombinierte Waffenführung auf Brigadeebene — das eigentliche Versagen

Die CSIS-Analyse dokumentiert, dass die russischen BTGs (Battalion Tactical Groups) der Anfangsphase 2022 im Kern zu infanterieschwach waren: Rund 150 der Soldaten in einem BTG waren Unterstützungskräfte — deutlich weniger als in westlichen Armeen, wo auf jeden Kampfsoldaten zehn Unterstützungssoldaten kommen. Center for Strategic and International Studies Ohne ausreichende Infanterie konnten russische Panzerverbände urbanes Gelände nicht sichern, logistische Linien nicht schützen und wurden von ukrainischer leichter Infanterie mit Javelins und NLAWs systematisch zerlegt.

Aber auch die Ukraine scheiterte 2023 an der kombinierten Waffenführung: Der ursprüngliche Operationsplan sah 12 gepanzerte und mechanisierte Brigaden für einen Durchbruch auf 30 km Frontbreite vor, mit der Isolierung Tokmaks innerhalb von sieben Tagen. Dieser Plan wurde nicht umgesetzt — aufgrund operativer Fehler sowohl der Ukraine als auch ihrer internationalen Partner. RUSI Die RUSI-Studie identifizierte zwei kritische Entscheidungspunkte, die die westlichen Partner vor der Offensive verpassten.

NATO-Lehre: Combined Arms Maneuver auf Brigadeebene — das Zusammenwirken von Panzern, Panzergrenadieren, Artillerie, Pionieren, Flugabwehr, elektronischer Kampfführung und Drohnen in einer synchronisierten Operation — ist das Schwierigste, was eine Armee leisten kann. Die meisten NATO-Armeen haben diese Fähigkeit seit dem Kalten Krieg nicht mehr unter realistischen Bedingungen geübt. Die Ukraine hat gezeigt, was passiert, wenn man sie unter Kampfbedingungen improvisieren muss.

4. Panzer bleiben relevant — aber als Teil eines Systems, nicht als Speerspitze

Stephen Biddle (Foreign Affairs, 2023) und die RAND-Studie (2024) widersprachen der populären These vom Tod des Panzers. Der Krieg hat sowohl die Einführung und Massenadoption neuartiger Fähigkeiten (wie kleine unbemannte Flugsysteme) als auch die überraschende Persistenz älterer Systeme gezeigt. RAND Panzer bieten nach wie vor: direkte Feuerunterstützung, Schutz für abgesessene Infanterie, Schockwirkung bei Gegenstößen, und mobile Deckung in offenem Gelände.

Die Bradley M2A2 erwies sich als bemerkenswert überlebensfähig: Mehrere Videos zeigten Bradleys, die RPG-Treffer absorbierten und weiterfahren konnten, oft unter Drohnenüberwachung verwundete Besatzungsmitglieder evakuierend. Army Recognition

Aber: Panzer, die ohne Drohnenüberwachung, Flugabwehr, EloKa und Infanterieunterstützung operieren, sind Verbrauchsmaterial. Die russischen Verluste bei Awdijiwka (ca. 700 Fahrzeuge für eine Kleinstadt) und bei Wuhledar (130+ Panzer/SPz in drei Wochen) illustrieren dies drastisch.

5. Elektronische Kampfführung als Schlachtfeldentscheider

Die RUSI-Feldstudie 2025 identifiziert EloKa als eine der kritischsten Fähigkeiten: Software-definierte Systeme waren zwar entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Truppe, aber auch anfällig für gezielte elektronische Kampfführung. Dies galt besonders für Präzisionswirkung — der Gegner entwickelte im Laufe der Zeit harte Gegenmaßnahmen gegen Systeme wie Excalibur und GMLRS. RUSI Russland hat seine EloKa-Fähigkeiten im Kriegsverlauf massiv ausgebaut und kann mittlerweile GPS-gelenkte Munition, Drohnensteuerungen und Kommunikationssysteme gezielt stören.

NATO-Lehre: Jede Brigade braucht organische EloKa-Fähigkeiten — nicht nur zum Schutz eigener Systeme, sondern zur aktiven Störung feindlicher Drohnen. Die meisten NATO-Armeen sind hier dramatisch unterausgestattet.

6. Die sechs konkreten NATO-Lehren

Zusammengefasst aus RUSI, CSIS, RAND, NATO JALLC und der Felderfahrung:

Erstens: Masse schlägt Präzision, wenn Präzision gestört werden kann. NATO plant seit Jahrzehnten mit kleinen, hochpräzisen Kräften. Die Ukraine zeigt, dass in einem Abnutzungskrieg gegen einen gleichwertigen Gegner die industrielle Tiefe — Munitionsproduktion, Ersatzteile, Ersatzmannschaften — entscheidend ist. Die RUSI-Studie betont, dass Investitionen in die europäische Industriekapazität für Munition und UAV-Produktion aufrechterhalten werden müssen, da beide Fähigkeiten für die europäische Verteidigung kritisch sind. Rusi

Zweitens: Gegenaufklärung vor Manöver. Es besteht die Notwendigkeit einer wirksamen Gegenaufklärungsfähigkeit, um die dauerhafte feindliche Beobachtung der geplanten Vormarschachsen zu reduzieren. RUSI Ohne die Fähigkeit, feindliche Drohnen zu blenden, zu stören oder abzuschießen, ist jede Bewegung ein Todesurteil.

Drittens: Operationssicherheit bei multinationalen Operationen. Die OPSEC war unzureichend — Russland wusste genau, wo und ungefähr wann die Offensive stattfinden würde. Da diese mangelnde Sicherheit teilweise aus dem multinationalen Prozess der Offensivorganisation stammte, sollte dies von der NATO, die auf vergleichbare Prozesse angewiesen ist, sorgfältig untersucht werden. RUSI

Viertens: Dispersion und Dezentralisierung. Große Truppenansammlungen werden sofort erkannt und bekämpft. Mechanisierte Operationen müssen in kleinen, dispersierten Elementen geführt werden, die sich erst im letzten Moment konzentrieren — was extremes Vertrauen in Unterführer erfordert (Auftragstaktik).

Fünftens: Luftüberlegenheit ist keine Option, sondern Voraussetzung. Die Ukraine hat 2023 bewiesen, dass ein Durchbruch gegen vorbereitete Stellungen ohne Luftunterstützung praktisch unmöglich ist. Russlands FAB-Gleitbomben (1.500 kg) konnten ungestört jede ukrainische Stellung zerstören, weil die Ukraine keine Lufthoheit hatte. Für NATO bedeutet das: SEAD/DEAD (Suppression/Destruction of Enemy Air Defenses) muss jeder Bodenoperation vorausgehen.

Sechstens: Drohnen als organische Fähigkeit jeder Einheit. FPV-Drohnen sind die Handgranaten des 21. Jahrhunderts. Jeder Zug, jede Kompanie, jedes Bataillon braucht organische Drohnenkapazitäten — sowohl für Aufklärung als auch für Wirkung. Die industrielle Skalierung der Drohnenproduktion ist eine strategische Aufgabe.

Trump, Ukraine und Europa

EU und USA am Ende

Hier ist eine Zusammenfassung der Situation zum 13.02.2025:

1. USA ziehen sich zurück, Europa ist auf sich gestellt

  • Die USA reduzieren ihre konventionelle Abschreckung in Europa und ihr nuklearer Schutzschirm wird zunehmend unsicher.
  • Trump setzt seine Wahlversprechen um und priorisiert eine Isolationist-Politik. Er will keine US-Truppen in Europa stationieren und lehnt direkte Militärhilfe an die Ukraine ab.
  • Europa muss sich selbst verteidigen und ein eigenständiges Sicherheitskonzept entwickeln.

2. Notwendigkeit einer europäischen Sicherheitsstruktur

  • Es braucht eine eigenständige europäische Verteidigungsstrategie, die sich nicht mehr auf die NATO verlässt.
  • Vorschläge umfassen eine europäische Armee, eine Nationalgarde für innere Sicherheit und eine gemeinsame Nuklearstrategie.
  • Frankreichs Nuklearschirm könnte als europäische Abschreckung ausgeweitet werden, aber dies würde immense Kosten bedeuten.
  • Die europäischen NATO-Staaten könnten einen neuen „Doppelbeschluss“ erarbeiten, um entweder eine stärkere US-Verpflichtung oder eine europäische Unabhängigkeit durchzusetzen.

3. Ukraine-Krieg und mögliche Folgen

  • Die Ukraine wird de facto auf sich allein gestellt, mit reduzierter westlicher Unterstützung.
  • Ein Waffenstillstand könnte eine geteilte Ukraine nach dem Vorbild Koreas oder Deutschlands vor 1989 bedeuten.
  • Russland könnte weiterhin hybride Kriegsführung gegen Europa betreiben und sich auf zukünftige Expansion vorbereiten.
  • Falls die Ukraine fällt, droht eine massive Flüchtlingskrise in Europa (Schätzungen von 15–20 Millionen Menschen).

4. Transatlantische Beziehungen und geopolitische Verschiebungen

  • Die USA setzen auf eine transaktionale Politik, bei der sie europäische Unterstützung nur gegen konkrete wirtschaftliche und sicherheitspolitische Vorteile leisten.
  • Russland profitiert strategisch von einer US-Abwendung von Europa und könnte sich China annähern.
  • Die EU könnte neue Bündnisse mit Indien oder anderen globalen Akteuren suchen, um sich abzusichern.

5. Deutsche Verteidigungspolitik und Bundeswehr

  • Verteidigungsminister Pistorius wird zwar als fähig angesehen, aber die SPD-Mehrheit in der Regierung könnte ihn ausbremsen.
  • Die Bundeswehr ist derzeit nicht auf eine groß angelegte Verteidigung vorbereitet (mangelnde Finanzierung, Personalprobleme, unzureichende Strukturen).
  • Eine Wiedereinführung der Wehrpflicht könnte nötig sein, um die Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen.

6. Atomwaffen und geopolitische Eskalation

  • Einige Kommentatoren fordern eine ernsthafte Debatte über eine deutsche Atombewaffnung, da der US-Schutz nicht mehr garantiert ist.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass europäische Urananreicherungsanlagen theoretisch die Grundlage für eine europäische Nuklearstrategie bieten könnten.
  • Andere warnen, dass eine solche Entwicklung geopolitisch hochriskant wäre und zu einem neuen Rüstungswettlauf führen könnte.

7. Historische Parallelen und Kritik an der europäischen Politik

  • Vergleiche mit „München 1938“ (Appeasement-Politik gegenüber Hitler) werden gezogen: Die aktuelle Haltung des Westens könnte langfristig zu weiteren russischen Aggressionen führen.
  • Trump wird mit isolationistischen US-Präsidenten der Vergangenheit verglichen, aber seine harte Linie wird als konsequente Umsetzung langfristiger US-Interessen gesehen.
  • Europas bisherige sicherheitspolitische Trägheit wird scharf kritisiert: Die EU habe sich zu lange auf die USA verlassen und stehe nun vor einer existenziellen Herausforderung.

Fazit:

Europa steht an einem sicherheitspolitischen Wendepunkt. Die USA reduzieren ihre militärische Präsenz und Europa muss sich entscheiden: Entweder eine eigenständige Verteidigung aufbauen oder riskieren, zwischen den Großmächten aufgerieben zu werden. Die Diskussion um Atomwaffen, eine europäische Armee und stärkere Verteidigungsausgaben wird intensiver, aber auch mit großen politischen und wirtschaftlichen Hürden verbunden sein.

Krieg in der Ukraine – Update

07.04.22
Wie geht es nun in der Ukraine weiter? Die russische Armee hat sich aus dem Norden um Kyiv zurück gezogen oder eher die Flucht ergriffen. Im Süden tobt immer noch die Schlacht um Mariupol und ein wichtiger Landkorridor zwischen Krim und Donbass scheint nun in der Hand der russischen Invasoren. Wie also kann die Ukraine nun vorgehen um die russischen Truppen aus den Stellungen zu werfen?

Die Ukraine sollte in einem relativ kleinen Gebiet schnell und regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg ein konzentriertes Wirken aller Einheiten einsetzen. Es reicht nicht aus, hier und da ein Artilleriegeschütz mit Drohnen abzuschießen oder sogar Artilleriefeuer mit Hilfe von Drohnen zu lenken.

Die Russen sind dabei eine moderne Version einer Human Wave Attack oder, um die RTS-Sprache zu verwenden, einen Tank Rush durchzuführen. Zumindest ist das ihre einzige durchführbare Option noch einigermaßen einen Kampf zu liefern. Russland hat nämlich weder subtilere Optionen zur Verfügung (da haben sie genug Mann und Material verloren) noch genügend Zeit. Es hat wahrscheinlich nur noch eine einzige Chance, die ukrainischen Verteidiger zu überrumpeln. Alles zu riskieren ist daher gar nicht so dumm, wie es vielleicht scheint, denn weniger zu riskieren wird wahrscheinlich nicht funktionieren und trotzdem zu vielen Verlusten auf Seiten der eigenen Truppen führen.

Dies ist die Art von brachialer Konzentration der Feuerkraft, die alle strategischen Analysten von Anfang an von Russland erwartet haben. Aber sie hatten zu viele Ziele und nicht genügend Kräfte für den Umfang der Operationen. Dazu kam ein Schlachtplan, der auf einer naiven Vorstellung vom Verlauf der Schlacht beruhte.

Die Russen werden wahrscheinlich ihre Artillerie einsetzen, um die ukrainischen Stellungen unter Beschuss zu nehmen. Dann werden sie versuchen, schwere Truppen direkt durch die Linien und nach Süden (manche sagen, nach Westen bis Dnipro), vorzustoßen, um in den Rücken der Ukrainer zu gelangen, die sich gegen die DLPR-Kräfte verteidigen. Die Entfernung, die benötigt wird, um eine erhebliche Störung zu bewirken, ist relativ kurz, was der Ukraine die Zeit nimmt, die sie braucht, um den Angreifer mit Präzisionsangriffen zu zermürben.

Was kann Ukraine dagegen tun?

Die Ukraine muss mit einem Vorschlaghammer auf die russischen Einheiten einschlagen, und zwar so lange, bis nichts mehr übrig ist. Sie muss so viel Artillerie und Luftabwehr wie möglich in das Gebiet westlich von Izium und Slovyansk bringen. Vorzugsweise um den Südwesten von Barvinkove. Alles wäre in Reichweite der russischen Truppen, die die Nebenstraßen (T-21-1 und T-22-2) nach Süden in Richtung Barvinkove nehmen, und so etwas wie Tochka-U wäre von dort aus in Reichweite von M-03, der wichtigsten Vorstoßroute der Russen nach Süden. Alle schwereren Mittel mit größerer Reichweite müssen in der Lage sein, den Brückenkopf von Izium südlich der bebauten Gebiete unter Beschuss zu nehmen.

Im Grunde genommen muss die Ukraine ein etwa dreieckiges Gebiet zwischen Izium, Barvinkove und Slovyansk zu einem riesigen Sperrgebiet erklären. Alles, was dort hinkommt, muss so nah wie möglich an Izium aufgehalten werden. Tut sie es nicht, wenn die ukrainische Armee die Russen hier nicht vernichtet, riskiert Ukraine eine schwere Niederlage.

Zusätzlich zur Artillerie müssen alle regulären und Panzerabwehreinheiten, westlich und südlich der Vernichtungszone in Stellung gebracht werden. Was auch immer dort nicht getötet wird, muss auf solide Verteidigungsanlagen treffen. Dann schließlich ein langsamer und stetiger Gegenangriff auf Izium von Westen her.

Unabhängig davon, wer gewinnt, wird diese Schlacht wahrscheinlich über das weitere Vorgehen entscheiden. Wenn die Ukraine diese Schlacht entscheidend gewinnt, hat Russland keine Optionen mehr. Verliert Ukraine die Schlacht, einschließlich bedeutender Kräfte vor Luhansk, kann sie immer noch gut davonkommen, wenn Russland mit Ausrüstung und Männern teuer bezahlen muss.

liveua

Russlands Militär vor dem Kollaps

Ist Russlands Militär in der Ukraine am Ende?

Mehrere Anzeichen deuten daraufhin, dass Russlands Militär vor dem Zusammenbruch steht. Welche Anzeichen deuten daraufhin?

  1. Wir haben bereits einen Zusammenbruch der offensiven Fähigkeiten erlebt, s. vorherigen Post. Die Hinweise dafür sind seit längerem ersichtlich.
  2. Die Ursachen für den Mangel an Offensivfähigkeiten liegen in systematischen Fehlern innerhalb des russischen Militärs. Das ist nichts, was sich mit einer kleiner Feuerpause oder einem Waffenstillstand mal eben beheben ließe. Hier geht es um eine notwendige, grundsätzliche Reform des russischen Militärs und einer Abschaffung des kleptokratischen Systems.
  3. Das russische Militär hat viel Kampfkraft in Form von Soldaten, Material, Munition, Fahrzeugen und sogar ungefähr vier Generäle und mindestens sechs wichtiger Führungskräfte auf Brigadeebene verloren. Diese Verluste kann man nicht innerhalb weniger Tage ausgleichen.
  4. Die Ukraine wird nicht zulassen, dass Russland die Initiative zurückgewinnt, zumindest nicht tatenlos. Denn seien wir ehrlich. die Ukraine hat das Momentum der Russen gestoppt und ist nun im Besitz der Initiative.
  5. Immer mehr Hinweise tauchen auf, dass Russland zu wenig Material für eine Fortführung des Kriegs hat. Munition, Lebensmittel und Transportfahrzeuge für Treibstoff und Nachschub fehlen auf breiter Linie.
  6. Es gibt Hinweise darauf, dass die Moral der eingesetzten russischen Soldaten sehr niedrig ist.
  7. Die Sanktionen treffen den russischen Markt. Zucker und Weizen werden rationiert und es ist verboten, diese zu exportieren – sogar in die eigene Diaspora.

Können die russischen Streitkräfte eine neue Offensive starten? Eher unwahrscheinlich. Werden sie sich ergeben oder zurückziehen? Eher wahrscheinlich – mit dem Risiko von Giftgasangriffen und taktischen Nuklearschlägen.

Krieg in der Ukraine

Status

Nachdem aus dem von Putin beschworenen 2 Tagen Blitzkrieg gegen die Ukraine ein 18tätiger Kampf geworden ist, folgt hier die aktuelle Einschätzung zur Lage.

  • Die russischen Linien haben sich seit fast 2 Wochen nicht wirklich vorwärts bewegt. Ein paar kleine Vorstöße sind kein operativer Erfolg. Im wesentlichen also immer noch eine extrem schlechte Performance der russischen Armee.
  • Die ukrainische Armee hingegen ist in vielen Bereichen aktiver und dynamischer als in ihrer Vorkriegsbeurteilung. Sie hat die Lehren aus 2014 gezogen und sich zu einem Großteil auf dynamische Kampfführung mit leichter Infanterie gestützt.
  • Frei zugängliche Quellen über russische Verluste und die Art dieser Verluste deuten darauf hin, dass a) die russische Armee große Verluste hinnehmen musste. und b) die Ukrainer diese Verluste ausnutzt.
  • Die russische Verhandlungsposition ist schlechter geworden. In den Verhandlungen wurde aus völliger Unterwerfung der Ukraine unter Russland eine”wir behalten Donbass und Krim und ihr tretet nicht in die NATO ein” Position. Dies deutet auf eine wesentliche Schwächung der russischen Position hin. Sie wird sich warscheinlich noch weiter verschlechtern.
  • Russland hat China um Hilfe gebeten. Ein schwerer Gesichtsverlust für Putin.

Die Ukraine wird angegriffen

Seit dem 24.02.2022 wird die Ukraine durch den Nachbarstaat Russland angegriffen. Inzwischen wird das Lagebild etwas klarer, was mich dazu bewegt ein paar Sätze zu den militärischen Operationen zu schreiben.

Seit Ende November 2021 hat die OSINT-Gemeinde auf den Aufmarsch russischer Truppen und Luftverteidigungseinheiten an die ukrainische Grenze hingewiesen. Die Geheimdienste der USA haben seit spätestens Dezember vor der Truppenansammlung gewarnt und eine Invasion der Ukraine als extrem wahrscheinlich angesehen.

Russland hatte die Volksrepubliken Donezk und Luhansk (DNR und LNR) zum 21.02.2022 anerkannt und in der gleichen Nacht Truppen nach Donezk und Luhansk entsendet. Der russische Präsident Wladimir Putin begann am 24. Februar eine groß angelegte Invasion in der Ukraine, die wahrscheinlich auf einen vollständigen Regimewechsel und die Besetzung der Ukraine abzielt. Sein behauptetes Ziel, die Ukraine zu „entmilitarisieren“ und zu „entnazifizieren“, ist ein durchsichtiger Deckmantel für einen nicht provozierten Angriffskrieg zur Besetzung eines Nachbarstaates. Putin und die Kreml-Medien leugnen nach wie vor, dass es sich bei der russischen Invasion um einen Krieg handelt, und bezeichnen sie stattdessen als eine spezielle Militäroperation.

Die erste Woche sah eine russische Armee, die auf allen Ebenen versagte. Luftüberlegenheit wurde nicht erlangt, schlecht ausgebildete Wehrpflichtige wurden über den Kriegsgrund im Unklaren gelassen und die Angriffe mit Marschflugkörpern auf Luftverteidigungssysteme, Radarstationen und Flugplätze waren nicht präzise genug um sie komplett auszuschalten. Hinzu kam ein Logistikversagen epischen Ausmaßes. Enorme Verluste an rollendem Material entstanden durch Treibstoffmangel und fehlender Bergung der liegengebliebenen Fahrzeuge. Reifen von Luftabwehrfahrzeugen Pantsir (Wert 15 Millionen Euro) waren nicht gewartet und waren dem schlammigen Gelände nicht gewachsen. Nachschubkonvois stauten sich auf 40km Länge. Währenddessen wurden diese durch Drohnen- und Kommandoangriffe teilweise außer Gefecht gesetzt.

Neunzig Prozent der vorher an der Grenze zusammengezogenen Truppen sind im Einsatz.

https://twitter.com/L_Team10/status/1496866074981134340

Die vier ausgemachten Angriffsbemühungen der Russen sind wie folgt:

Hauptvorstoß auf Kiew: die russischen Operationen auf der Kiewer Achse bestehen daraus, die Stadt von Westen her einzukesseln und einzuschließen, sowie aus unterstützenden Anstrengungen entlang der Tschernihiw- und Sumy-Achse, um die Stadt von Nordosten und Osten her einzukreisen. Russland hat bis zum 3. März noch keine Luftüberlegenheit über der Ukraine erlangt. Russland mobilisiert wahrscheinlich Verstärkungen, um seine bestehende Achse gegen Kiew von Nordwesten her zu unterstützen. Die russischen Streitkräfte versuchten am 3. März nicht, die Städte Tschernihiw oder Sumy anzugreifen, sondern umgingen die Stadt und rückten auf die Außenbezirke von Kiew vor.

Unterstützungseinsatz 1 – Charkiw: Die russischen Streitkräfte werden wahrscheinlich versuchen, Charkiw in den nächsten 24-48 Stunden einzukesseln, was ihnen jedoch mit den für die Operation bereitgestellten Kräften nicht gelingen dürfte. Die russischen Streitkräfte werden wahrscheinlich versuchen, Charkiw einzukreisen und zu umgehen, bevor sie es bombardieren, um eine Kapitulation zu erzwingen.

Unterstützungseinsatz 2 – Mariupol: Die russischen Streitkräfte haben Mariupol seit dem 2. März vollständig eingekreist und führen eine gezielte Kampagne zur Zerstörung wichtiger ziviler Infrastruktur und Wohngebiete durch, um die Stadt wahrscheinlich zur Kapitulation zu zwingen.

Unterstützungeinsatz 3 – Cherson und Vorstöße nach Westen: Die russischen Streitkräfte sicherten sich am 2. März die ausgehandelte Kapitulation von Cherson und setzten am 3. März ihre Vorstöße in Richtung Mykolajiw fort, einschließlich einer gescheiterten Landung aus der Luft. Den russischen Streitkräften wird es wahrscheinlich schwer fallen, die Ressourcen für drei gleichzeitige Vorstöße von der Krim aus – Mikoajiw, Saporischschja und Mariupol – vollständig zu nutzen. Seit dem 1. März haben die russischen Streitkräfte keine territorialen Vorstöße in Richtung Saporischschja gemacht.

In den nächsten 24 Stunden wird mit einer amphibischen Landung bei Odessa gerechnet.

Und dann war da noch die Ukraine

Combat Mission Black Sea

Genau. Und da ist ja gerade soetwas wie ein Bürgerkrieg im Gange. Oder ein Stellvertreterkrieg. Auf jeden Fall wird geschossen und die ein oder andere Großmacht mischt mit. Nicht nur Tom Clancy hatte mit seinem 2013 erschienen Roman Command Authority den richtigen Riecher was die Einverleibung der Krim angeht. Nein,auch die Jungs von battlefront.com haben bereits in 2009 die ersten gedanklichen Bausteine gelegt um ein Szenario auf der Krim bzw. um einen Krieg in der Ukraine in die Combat Mission Welt herzustellen. Nach sechs Jahren Arbeit ist dann Combat Mission Black Sea herausgekommen. weiter lesen

Die Gela Offensive mit der Livorno Division

In Combat Mission: Fortress Italy starte ich die Kampagne Gela Offensive mit der Livorno Division.

Original briefing:

0400hrs 11 July 1943

The Americans invaded at Gela yesterday. Today, we throw them back into the sea. Secure the Battlegroup’s startline for the attack against Gela no later than 0430hrs.

Two platoons of 3/34th Livorno Infantry Regiment have been tasked with reconnoitring a route to the battalion start line, securing the start line area, and establishing Observation Posts on dominating terrain. To maintain surprise for the attack no fire support is available. The US 26th Infantry Regiment was observed yesterday advancing north along Highway 117. It is not believed that they made it this far north in strength, however it is likely that they will have pushed patrols forward to screen their main positions. The enemy is likely to have established static listening posts combined with roving patrols covering this area, but not in strength. Move quickly to dominate any enemy you encounter. You must ensure that the startline and observation posts are secure in time for the rest of the battle group to move up and occupy. The remains of a defensive position lie just off Highway 117. It was shelled heavily by US ships during the landings yesterday, and the destroyed position is now deserted. However the minefields remain a threat to anyone moving through the area. All the minefields are surrounded by barbed wire – avoid them if at all practical.

DESTROY US Forces: upto 200pts

OCCUPY Startline – Right: 200pts

OCCUPY Startline – Centre: 200pts

OCCUPY Startline – Left: 50pts

OCCUPY C.C.d. Presa – OP1: 150pts

OCCUPY Il Castellucio – OP2: 200pts

Map: 992m x 512m

Es handelt sich um eine reine Infanterieaktion zur Vorbereitung der eigentlichen Offensive. In einer nächtlichen Aktion werden die Starträume gesichert und vom Feind befreit.

Drei Ziele sind zu erreichen: Die Casa Costa della Presa:

Angriff auf die Casa Costa della presa

Dann die eigentliche Startlinie für die Bereitstellungsräume Links, Mitte und Rechts.

Und noch die Villa auf dem Hügel von Beobachtern säubern.

Ziele der Startlinie

Das ganze habe ich als Video-AAR festgehalten. Viel Spaß.

 

In der Stadt – lieber ohne Panzer

Was genau passiert wenn man in eine Stadt mit einem Panzer fährt zeigt folgendes Video. Es handelt sich um den Vorortstadteil Darayya von Damaskus. Im Spiel Combat Mission: Shock Force zeigt ein User erzeugtes Szenario den Stadtkampf. Was man dann auf keinen Fall mit seinen Panzern machen sollte zeigt das Video.

Also lieber das nächste Mal mit Infantrie absichern, sonst sind die schönen T-72 hopps.

Wer mehr über den Syrienkrieg und den Kampf gegen die IS erfahren möchte kann ja mal beim Oryx Blog vorbeischauen. Keine Ahnung wo er die Informationen alle herhat aber die Bilder sind schon alle sehenswert.

World of Tanks – Kill of the Week

World of Tanks - Artillerie

Das Team Green Revolution zeigt regelmäßig einen Kill der Woche. Diesmal ein Spieler aus unserem Clan [OM-V]. floschi zeigt hier, wie glücklich man sein kann, auch als von vielen verfluchter Artillerie-Spieler. Hier also ohne weiteres bla bla der Kill der Woche von [OM-V] floschi:

 

World of Tanks – Auch Random gehts mal gut

World of Tanks - Panzerfriedhof

Ich bin bei World of Tanks ja schon so zynisch geworden, dass ich bei Random-Gefechten (also nicht Kompanie // Clan-War) selbst im Platoon eher skeptisch bin, was das Können und den Einsatz der anderen Mitspieler angeht. Im Platoon mit Klan-Kollegen weiß ich, dass zumindest unser Platoon rockt. Aber die anderen 12 Spieler sind halt unbekannte Variablen. Das geht soweit, dass man sich fast gar nicht mehr traut die sogenannten Randoms zu fahren. Da man aber Sternchen-Fahren möchte und nicht immer für das jeweilge Tier die Kollegen verfügbar sind, gewöhnt man sich dran, dass es zu unvorhersehbaren Mistspielen kommt.

 

weiter lesen

Neues von CMBN Commonwealth Forces – Videos

Combat Mission Battle for Normandy - Commonwealth

Die Jungs von battlefront haben zwei Videos zur kurz vor der Veröffentlichung stehenden Erweiterung “The Commonwealth Forces” rausgebracht. Das Add-On erweitert das Hauptspiel Combat Mission: Battle for Normandy um die britischen, kanadischen und polnischen Streitkräfte. Zusätzlich gibt es als Erweiterung der deutschen Truppen den Jagdpanther und den Königstiger. Ich freu mich drauf.

 

Tiger gegen Sherman Panzer

Tiger Testreihe

Im Rahmen einer kleinen Testreihe möchte ich die Kampffähigkeiten von verschiedenen Panzern des Zweiten Weltkriegs demonstrieren. Als erstes zeige ich den Schusswechsel von 2 schweren Tiger I Ausf.E Panzern gegen 5 mittleren M4 Sherman Panzern. Getestet wird im Spiel “Combat Mission: Battle for Normandy” von battlefront.com. Ich bin mir bei dieser “Kriegssimulation” der taktischen Ebene sehr sicher, dass die Waffensysteme, Projektile und Panzerungen inkl. Winkel berechnet werden und nicht abstrakt dargestellt werden.

Ich habe eine kleine Ebene von 1km x 500m als Schlachtfeld aufgebaut. Die Panzer stehen sich auf 800m Entfernung auf freier Fläche gegenüber, teils versetzt. Dies ist natürlich keine realistische Kampfsituation, soll aber erstmal zeigen, was passiert. In einem zweiten Teil, werden dann Flankenangriffe aus geringerer Entfernung simuliert.

Das Ergebnis ist eindeutig. Auf diese Entfernung haben die Sherman Panzer kaum eine Chance den Tiger auszuschalten. Die amerikanischen Panzer landen zwar Treffer, meistens treffen diese den starken Wannenkörper und dringen nicht ein, auch nicht partiell. Etwas Panzerung springt ab, Durchschläge werden nicht erzielt. Ein Teil der Ausrüstung wird beschädigt, wie Optik oder MG, Funk. Auf der Gegenseite sind die meisten Treffer fast immer teilweise Durchschläge oder ausschaltende Treffer.

In der nächsten Serie schauen wir uns dann Schüsse auf den Tiger von der Seite an.