Wargames – Combat Mission Serie – Was ich spiele

In der Rubrik „Wargames – Was ich spiele“ möchte ich Spiele bzw. Simulationen vorstellen, die für Panzerenthusiasten interessant sein könnten. Als erstes kommt meine Lieblingsserie der letzten 5 Jahre dran. Combat Mission von battlefront.com. Das Spiel wird in einer ganz neuen Variante mit einer neuen Engine in den nächsten Tagen (April 2011) auf den Markt kommen. Hier aber erstmal der Einblick in die alten Klassiker der Serie.

Mit Combat Misson 2 wird der gesamte Feldzug in den Osten und zurück nach Berlin abgedeckt. Die Front erstreckt sich von Murmansk bis in den Kaukasus über tausende Kilometer unwegsames Gelände. 7 Nationen treffen aufeinander Finnland, Ungarn, Rumänien, Deutschland, Italien, Polen und die Sowjetunion dazu kommen noch Garde- u. Eliteverbände sowie Partisanen. Mehr als 600 verschiedene Einheiten und 300 Fahrzeuge gibt es in dem Spiel. Darunter Ski-Verbände, Panzerbüchsentrupps, Panzer der frühen Kriegsjahre wie: Panzer III, BT 7, T 26 und diese auch noch ein fast allen Ausführungen und Variationen. Auch Raritäten und Prototypen wie Sturmörser Tiger, T 44 oder JS 3. Deutsche Einheiten können, auf Beutepanzer zurückgreifen und Russen auf amerikanische und englische Modelle. Mehr als 50 Szenarien und Operationen warten auf euch ob im bewaldeten, tief verschneiten Finnland oder in den unendlichen Weiten der russischen Steppe. Entsprechend groß können auch die Karten sein Panzerduelle auf 1500 bis 2000 Meter sind keine Ausnahmen mehr.

 

Combat Mission 2 ist rundenbasiert, mit einem neuen Spielprinzip, welches schon im Vorgänger Combat Mission 1 Verwendung fand. Die Grundlage des Spiels bildet eine Komplexe 3D Karte mit unterschiedlichen Landschafts- und Gebäudedarstellungen. Dort werden die Einheiten bewegt, die auch 3D dargestellt sind. Diese Darstellung kommt ohne Hexfelder aus, es gibt auch keine Aktionspunkte, alles läuft parallel zueinander ab. Mit einer Kamera bewegt man sich frei über das Feld und verschiedene Zoomstufen sind so einsetzbar, um Einheiten und kleine Details betrachten zu können. Das Spiel ist in eine Befehls- und in eine Video- bzw. Kampfphase unterteilt. In der Befehlsphase könnt ihr jeder Einheit diverse Befehle geben: Auf welchen Feind soll gefeuert werden, verstecken, schleichen, schnell bewegen u.v.m.

 

Außerdem kann der Einheitenstatus geprüft werden: wie viel Munition hat sie oder das Sichtfeld der Einheit. Hat man seine Befehle erteilt, klickt man auf den Go-Schalter und der Computer berechnet seine Befehle, gleich danach läuft die Kampfphase ab. Diese dauert 60 Sekunden, welche auch die gesamte Kampfzeit der Phase widerspiegelt. In dieser führen die Truppen beider Seiten ihre Befehle automatisch aus – man selbst schaut sich dann quasi einen Film an – wie Band of Brothers. Es kann dann nicht mehr in das Geschehen eingegriffen werden. Aber keine Angst, auch eigene Truppen reagieren mit einer taktischen KI auf plötzliche Bedrohungen ohne dass sie ein Befehl haben und diese KI ist wirklich gute. Eine Halbkette mit MG-Bewaffnung wird sich immer zurückziehen, wenn sie einen Kampfpanzer sichtet. Und eine Panzerbesatzung wird sofort einen Panzervernichtungstrupp angreifen und vom MG-Trupp ablassen, wenn sie sich bedroht fühlt. Auch unterscheidet sich hier das Schadensmodell von den meisten anderen Spielen, entweder der Panzer ist nach einem Treffer vernichtet oder nicht, Treffer in Ketten und an der Kanone haben besondere Auswirkung (oder auch gar keine). Und ein Infanterist ist entweder verwundet, tot oder unverletzt, zwischen verwundet und tot gibt es aber keinen großen Unterschied, in jeden Fall kämpft er nicht weiter. Nach der Kampfphase kann man seinen verbliebenen Kräften neue Befehle geben.

Im Spiel selber geht es darum Geländepunkte zu besetzen, Einheiten an einer Austrittszone von der Karte zu schleusen oder einfach nur so weit wie möglich in Feindesland vorzudringen. Die Verluste auf beiden Seiten sind dabei in der Regel recht hoch aber dies unterstreicht auch den Realismus des Spiels. Interessanterweise denkt man während des Spiels, dass es ziemlich viele Gefallene gegeben haben muss – am Ende des Spiels stellt man dann aber fest, dass einige gefangen und die meisten verwundet wurden.

Die Verluste der eigenen Männer und Gerätschaften werden mit denen des Gegners verrechnet und fließen mit den oben genannten Spielzielen in die Bewertung ein. Wettersituationen und Tageszeiten werden ebenso dargestellt. Man kann diese beliebig miteinander kombinieren. Das heißt, wer will, kann es nachts regnen lassen oder eine sonnige Dämmerung auswählen. Auch Wintereinstellung sind möglich. Dies alles hat Einfluss auf die Truppen, bei Matsch und Schnee bewegt sich alles langsamer und Fahrzeuge fahren sich abseits der Wege und Straßen schneller fest (das hängt im übrigen auch vom individuellen Bodendruck dieser ab), wenn wiederum die Sonne vom Himmel knallt überfliegen Jagdbomber das Schlachtfeld und greifen in den Kampf ein. Jahreszeiten spielen eine Rolle: Infanterie kann man im Sommer sehr gut in einem Weizenfeld verstecken was im Herbst und Frühjahr eher unmöglich ist.

 

Die Steuerung und das Spielprinzip sind wie im Vorgänger rundenbasierend und der 1 Minuten lange Video-Film der das Geschehen auf dem Kampfeld darstellt. Die Einstellungsphasen bleiben natürlich auch bestehen. In dieser kann allen Einheiten ein Befehl erteilt werden. Doch schon das vertraute untere Menü hat es in sich, hier werden neben den alten bekannten Dingen wie Moral, Siegchancen, und Kamerasteuerungselementen auch das Wetter, Temperatur, Bodenbeschaffenheit und eine Speichertaste angeboten. Wenn wir nun auf eine Einheit klicken sehen wir auf einem Blick in der Menüleiste was diese Einheit für Waffen mit sich führt + Zusatzgegenstände wie Handgranaten, Molotow-Cocktails oder geballte Ladungen. Wenn eine Waffenart ausfällt, wird diese Waffe gleich aus dem Menü gelöscht, so hat man einen guten Überblick über die Schlagkraft seiner Infanterie Einheiten. Bei Fahrzeugen werden in der gleichen Spalte alle Kanonen und MGs aufgelistet ebenfalls mit Munitionsvorrat. Nun sehen wir uns mal eine Einheit mit der Return-Taste genauer an. Wir sehen auch hier einige Neuerungen es gibt neue besondere Ausrüstungsgegenstände oder besondere Einheitenmerkmale. Es ist nun relevant, ob ein Panzer ein Funkgerät und eine gute Optik hat. Ebenso ist es bei der Infanterie, da gibt es auf einmal Einheiten mit Ferngläsern und Artilleriebeobachter mit und ohne Funkgerät. Bei Artillerie-Beobachtern steht außer dem noch die Anzahl der Rohre in der dazugehörigen Batterie. Sehr realistisch: ein Artillerie-Beobachter ohne Funk für eine 10,5 cm Batterie kann schon mal bis zu 9 Minuten auf den ersten Schuss warten, das Nachkorrigieren dauert auch sehr lang. Eine weitere Neuheit ist, dass Panzer jetzt in Zügen auftreten und einen Befehlspanzer haben, der als Hauptquartier fungiert. Auch gibt es ein paar neue Befehle wie vorrücken bis Kontakt also dort stehen bleiben und nicht wie bei jagen dann mal weiterfahren. Auch kann man seinen Panzern jetzt Schussfelder zuweisen um sich besser decken zu können.

Aber auch die beliebten Quick-Battles gibt es. Es gibt einen Raritätsfaktor der die Grundpunkte einer Einheit erhöht oder verringert. Panzer und Fahrzeuge kann man zugweise auswählen. Infanterie ist fast nie vollständig, einige Mann Verluste sind immer von vornherein schon zu beklagen. Wer im Jahr 1942 der Meinung, ist man braucht unter allen Umständen ein Panzerjäger I, wird den teurer bekommen als im Juni 1941, oder ein IS 3 wird auch im Mai 45 nur mit einem Bonus von 200% zu haben sein. Diese Option läßt sich allerdings auch deaktivieren.

Natürlich kann man auch per Internet, LAN oder Hotseat spielen. Außerdem sollte noch erwähnt sein, dass die KI sehr stark verbessert wurde und auch ein Quick Battle gegen den Rechner eine Herausforderung darstellen kann.

Die Graphik hat sich im Gegensatz zu CMBO stark verbessert, ab Zoomstufe 2 sieht man Grasbüschel, Steine und andere Landschaftselemente in 3D Ansicht. Auch die meisten Panzer sind liebevoller modelliert als bei CMBO, Pulverdampf wabbert aus Kanonen, diese werden durch den Rückschlag nach hinten zurückgefedert und die Panzer bewegen sich flüssiger durch die Landschaft. In einem Quick Battel oder in einigen Szenarien ist die Landschaft schon vom Krieg gezeichnet, Gelände brennt, Krater reiht sich an Krater und Häuser sind beschädigt oder qualmende Schutthaufen. Hinzu kommen die vielen MODS die die Grafik nochmals aufpeppen.

Combat Mission 2 ist bei battlefront erhältlich.

               

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