Panzertaktik – Angriff

Vor dem Angriff ist aufzuklären

Bevor ein Angriff stattfindet, muss man erstmal wissen, wo sich der Feind aufhält. Es gilt, den Feind zu entdecken. Die gebräuchlichsten Arten zur Erkundung sind Satelliten- und Luftaufklärung, Spähpanzer- und Spähtruppeinsatz. Selbstverständlich kann man auch kurz aus dem Panzer aussteigen und das Gefechtsfeld aufklaren, dies ist aber nur für einen einzelnen Panzer empfehlenswert, wenn überhaupt. Sind Satelliten- oder Luftaufklärung aus welchen Gründen auch immer, nicht oder in nicht ausreichender Anzahl vorhanden, muss man mit IFV bzw. mechanisierter Infantrie aufklären.

Man kann häufig verräterische Anzeichen vom Gegner hinter Hügeln, und in der Nähe von großen Straßenkreuzungen und/oder Brücken erkennen. Das Auskundschaften mit Spähpanzern sollte generell sehr vorsichtig und in Sprüngen erfolgen (man springt von einer Deckung zur nächsten, sobald man die nähere Umgebung aufgeklart hat). Gefechtsfeldaufklärung mit IFV kann bis zu 2 Kilometer vor den eigenen Linien stattfinden.

Planung

Die Koordinierung mit den unterstützenden Truppengattungen ist im voraus durch Befehle der Truppenführer festzulegen. Diese Befehle sollten die folgenden Punkte beinhalten:

  • a) Feindlage, insbesondere bzgl. der Panzerabwehrwaffen des Gegners
  • b) kurze Beschreibung des Geländes (eigenes und gegnerisches)
  • c) Auftrag des Truppenteils (eigene vorderste Linie, Lage, Gliederung für den Angriff der Infanterie und Artillerie)
  • d) wo und wann ist die Unterstützung durch andere Truppengattungen geplant (während der Annäherung, während des Durchbruchs, nach dem Durchbruch, an den Flanken oder im Angriffsstreifen, welche Truppengattung)?

Der Panzer-Angriff

Nach der erfolgreichen Erkundung der generischen Stellungen und der Planung des eigenen Angriffs kommt nun der eigentliche Angriff. Der Kampf von Panzer gegen Panzer ist durch Feuer und Bewegung zu führen. Zweck der Bewegung ist es, die feindlichen Panzer überraschend aus einer unerwarteten Richtung zu fassen, um sie mit zusammengefasster überlegener Feuerkraft zu vernichten. Im allgemeinen ist es zunächst Aufgabe der vorderen Staffeln und Linien, die Bewegung des Feindes durch Feuer aufzuhalten und Gefechtsfeldaufklärung zu betreiben. Die Lage, das Gelände und das Wetter sind für die Festlegung, ob der Gegner frontal, in der Flanke, oder im Rücken angegriffen wird, entscheidend. Die Seite, die als erste eine überlegene Feuerkraft aufbaut und als erste trifft, wird gewinnen, da in den meisten Fällen der Gegner nichts mehr befehlen kann, wenn der Angriff unerwartet frontal oder in der Flanke geführt wird. Auch zusammengefasstes Feuer auf feindliche Befehlsfahrzeuge schwächt den Gegner und seinen Zusammenhalt zusätzlich.

Das Feuer stehender Panzer ist am wirksamsten – gilt nur wenn keine hochentwickelte Elektronik vorhanden ist, wie in den heutigen Kampfpanzern allgemein üblich. Panzer, die nicht unter Feuer liegen, schießen wenn sie stehen und ein gutes Schußfeld haben. Panzer ohne Schussfeld müssen ihre hohe Geschwindigkeit ausnutzen um eine geeignete Stellung für den Angriff zu erreichen. Jede verfügbare Deckung ist beim Kampf aus der Stellung zu nutzen. Teile die nicht unter Feindfeuer liegen, müssen Feuerschutz gewähren. Je massiver und schwungvoller der Angriff erfolgt, desto schneller werden die feindlichen Panzer vernichtet. Einzelpanzern darf nicht erlaubt werden sich von ihrem Truppenteil zu entfernen. Sie werden nur durch überlegene Feindkräfte zerstört werden. Immer an gegenseitigen Feuerschutz denken!

Umgehung und Flankenangriff

Umgehung und Flankenangriff

Angriffe gegen Flanken oder in den Rücken des Feindes sind am wirksamsten. Insbesondere beim Kampf im feindbesetzten Gelände muss daher Gefechtsaufklärung eingesetzt werden. Sie verhindert das unerwartete Auftreffen auf feindlichen Widerstand und die Umfassung durch feindliche Panzer. Einem ausweichenden Feind ist sofort rücksichtslos nachzusetzen. Vor allem ist hohe Geschwindigkeit für die Umfassung und das Abschneiden des Ausweichswegs erforderlich. Doch Vorsicht vor einem Hinterhalt. Gefechtsfeldaufklärung und Geländererkundung dürfen nicht vergessen werden. In den meisten Fällen erzielen Panzer der hinteren Staffeln den Sieg. Voraussetzung ist der resolute Stoß aus der Tiefe in die Flanke oder die Einbruchstelle des Gegners.

Schusswechsel aus 1.000m bis 1.500m ergeben sich bei Panzern der 2.Weltkrieg-Generation, Schusswechsel von über 2.500m Entfernung sind die Regel bei den modernen Panzern unserer Tage, wobei allerdings der Bereich 1.000m bis 2.500m der Bereich der höchsten Treffsicherheit und damit der effektivsten Vernichtung ist.

Beweglichkeit, Überraschung und Angriff

Beweglichkeit, Überraschung und Angriff

Der Panzer-Angriff im Laufe der Zeit

Das vorangegangene trifft vor allem auf den Blitzkrieg und die Panzergefechte des Zweiten Weltkriegs zu. Je länger dieser andauerte, desto ausgefeilter wurden die Taktiken. Reine Angriffs-Panzerschlachten traten in den Hintergrund (bis zu Kursk) und wurden durch enges Zusammenwirken und Vorrücken mit mechanisierter Infanterie abgelöst, die Geburtsstunde der Combined Arms.

Die sowjetische Taktik des Angriffs in Wellen fand Ihren Ursprung in dem Vormarsch auf Berlin.

Die Taktik des Blitzkriegs wurde leicht modifiziert 1967 von den Israelis im Sechs-Tage-Krieg erneut angewendet. Mit großem Erfolg. Die Methode Beweglichkeit, Überraschung und Angriff brachte den Sieg. Feindliche Stellungen wurden durch die Panzerverbände umgangen um den Feind von hinten anzugreifen, während mechanisierte Infanterie mit Artillerie-Unterstützung die Widerstandslinien angriff.

 

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